Der neue Ratgeber von Dörte Thieme

TRAU KEINEM, DER DEIN BESTES WILL!

            Emotionale Erpressung

           erkennen - durchschauen - beenden

 

Trau keinem, der 'dein Bestes' will! Mit einer Provokation wird der Leser in die komplexe Problematik der emotionalen Erpressung eingeführt. Das Buch geht der spannenden Frage nach, warum Menschen ihr immer wieder aufs Neue zum Opfer fallen. Dabei wird die Verkettung zwischen der emotionalen Erpressbarkeit des Erwachsenen und prägenden emotionalen Erfahrungen seiner Kindheit aufgedeckt: Eifersucht, Schuldgefühle, Verlustängste, mangelnder Selbstwert oder das ständige Verlangen nach Anerkennung und Liebesbeweisen sind als späte Folgen bestimmter Erfahrungen zur Basis seiner Erpressbarkeit geworden – und für den Erpresser zu seinen verborgenen Motiven. Erstmals wird hier die emotionale Erpressung als ein durch Erziehung geprägtes Rollenverhalten aus der Kindheit enträtselt: geändert haben sich nur die Zeit, die Umstände und die beteiligten Personen.

 

Werfen Sie hier einen Blick ins Buch!

Für diejenigen, die schon hier mehr über das Buch erfahren wollen, möchte ich etwas weiter ausholen:

 

Ja, ich will mit dem Titel provozieren, will ihn als Weckruf verstanden wissen, denn dieses sogenannte "Beste" steht für ein Verbot und ein Tabu: Was könnte denn besser sein, als das Beste, das ein anderer Mensch für mich will? Nichts! Es ist einfach nicht zu toppen! Das Beste anzuzweifeln verheißt dem Zweifler daher nichts Gutes: Er muss mit unangenehmen Reaktionen rechnen, denn er wird als ungerecht und undankbar empfunden.

 

Das gilt vor allem für die verbreitete These, dass Eltern grundsätzlich immer nur das Beste wollen und wollten! Egal, was damals in der Erziehung gelaufen ist - es musste sein! Erzieherische Maßnahmen, die für das Kind mit Verzweiflung, Ängsten und seelischen oder auch körperlichen Schmerzen verbunden waren, waren schließlich nur zu seinem Besten! Die Eltern hatten es gut gemeint!

 

So schafft die These eine verklärte Kindheitserinnerung, in der besonders unangenehme, aber emotional prägende Ereignisse entweder gar nicht oder emotionslos als unschöne Begebenheit erinnert werden. Aber wenn die Gefühle auch nicht erinnert werden, vergessen sind sie damit nicht! Im emotionalen Erfahrungsgedächtnis werden sie verwahrt und bleiben aktiv.

Im späteren Leben können bestimmte Auslöser wie ein Schlüsselreiz wirken und emotionale Reaktionen und Verhaltensweisen bei dem Betroffenen hervorrufen, die der Situation nicht angemessen erscheinen:

Warum plagt er sich schon wieder mit solchen Schuldgefühlen? Warum quält ihn ständig diese grausame Eifersucht? Warum fühlt er sich so leicht durch Liebesverlust bedroht? Warum hat er ausgerechnet jetzt solche Angst zu versagen oder zurückgewiesen zu werden? Warum fühlt er sich schon wieder in seinem Selbstwert angegriffen?

Für den Betroffenen bedeuten diese Gefühle Last und Qual. Sie machen ihn angreifbar - oder auch besonders angriffslustig - vor allem aber machen sie ihn erpressbar, denn er wird alles tun, um von ihnen möglichst schnell wieder befreit zu sein, bzw. sie gar nicht erst fühlen zu müssen.

Damit erfüllt er die wichtigsten Kriterien als Opfer emotionaler Erpressung.

 

Erst mit dem "emotionalen Erinnern" lassen sich die Spuren entdecken, die bestimmte Ereignisse in der Vergangenheit einmal hinterlassen haben.

Womit wir wieder bei der These wären, dass Eltern immer nur das Beste woll(t)en. Das Erinnern wird durch sie erschwert und geradezu sabotiert, weil es als Angriff auf die Elternliebe empfunden wird, dieses Beste zu hinterfragen.

Mir geht es aber gar nicht darum, die Elternliebe anzugreifen. Ich plädiere nur dafür, mit dem Idealisieren der Eltern aufzuhören! Sie sind mit all ihren Fehlern und Schwächen schließlich auch nur ganz normale Menschen, die als Eltern geliebt werden. Wer das anders sieht, wird seine Gründe haben und das im Stillen mit sich selbst abmachen.

Die Liebe zu den Eltern wird jedenfalls nicht dadurch angegriffen oder gar zerstört, dass wir es wagen, einmal genauer in unsere Erinnerungskiste hineinzusehen und einen kritischen Blick auf die eine oder andere elterliche Vorgehensweise zu werfen!

 

So beginnt mit dem Erinnern der Weg der Spurensuche, auf dem wir uns immer noch am langen Arm der Erziehung erblicken, der uns am Ende aber zu der Erkenntnis führt, dass niemand anderes es besser wissen kann als wir selbst, was wirklich das Beste für uns ist!